Die Verbundenheit mit Gott

Geistliche Briefe

 

nach Dom Columba Marmion O.S.B.

Textauswahl von Dom Raimund Thibaut O. S. B.

übersetzt von P. Bonifatius Büchelmeier O. S. B.

 

Die Schlichtheit und der Freimut Dom Marmions (1858 - 1923) waren das Geheimnis des wunderbaren Einflusses dieses Benediktinerabtes, der ohne Übertreibung ein Meister der Lehre des geistlichen Lebens genannt werden kann. Die in diesem Band vereinten Briefe aus seiner Feder lassen in die Tiefen seiner Seele blicken. Er hatte die Gabe, zu schreiben, nicht auf Grund von Kenntnissen, die er nur durch das Studium erworben hat, sondern stets aus den Erfahrungen seiner eigenen Seele. Er zeigte den anderen Gott, wie er Ihn selbst erkannte. Wenn er in diesen Briefen von der Vereinigung mit Gott, ihren Wesensteilen und Bedingungen spricht, verrät er, ohne es zu wollen, den Weg, die Entfaltung und die Vollkommenheit seines eigenen geistlichen Lebens.

Noch ein zweiter charakteristischer Zug leitet sich von dieser Art seines Wesens ab: Er sah stets auch die gute Seite von jedem Menschen und jeder Sache und konnte nicht leiden, dass sie verdunkelt wurden. Eine Seele durfte wohl traurig sein, aber er wünschte nicht, dass sie in der Traurigkeit verharrte; Schwierigkeiten durften wohl von außen kommen; aber er sah auch hierin immer den Finger Gottes. Selbst die Sünde sah er unter einem eigenen Gesichtspunkt an; er blieb nicht bei ihr stehen, sondern fand, dass man viel Wichtigeres zu tun habe. In seinen Briefen scheint er uns zuzurufen: Werden wir von der Sünde überrascht, dann machen wir uns sogleich wieder frei von ihr und gehen wir auf das Bessere los! Seine natürliche Unbefangenheit half ihm dabei und half den andern.

Dies waren die Gaben, die dieser heiligmäßige Ordensmann besaß, und die ihm den Zugang zu so vielen Herzen öffneten. In ausgezeichneter Weise zeigen seine Briefe uns, wie diese Gaben rasch zum Gipfel der Vollkommenheit führen. Andere Schriftsteller, die systematischer vorgehen, stellen uns die Gottverbundenheit als die oberste Stufe des innerlichen Lebens dar. Man spricht davon erst im letzten Kapitel der betreffenden Bücher. Doch bei der geistlichen Lehre Dom Marmions findet man, dass die Vereinigung nicht an letzter, sondern an erster Stelle steht, so, dass sie alles beherrscht. Die Vereinigung mit Gott ist ja das einzige Ziel, auf das alles Begehren gerichtet sein muss und darum lenkt Dom Columba in seinen Briefen immer wieder gleich im Anfang den Blick der ihm anvertrauten Seelen auf sie.

 

 

Format 12 x 18,5 cm

Hardcover, 372 Seiten

Sarto Verlag 2016

ISBN 978-3-943858-77-8

 


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